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Miguel Fernandez

 
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Andy M



Anmeldungsdatum: 05.03.2010
Beiträge: 24
Wohnort: Celle

BeitragVerfasst am: 9. März 2010 19:20    Titel: Miguel Fernandez Antworten mit Zitat

Na, da werde ich mal den ersten Beitrag liefern. Ein Interview mit Miguel, dass ich vor einiger Zeit gemacht habe. Viel Spaß!


Wer ist … Miguel Fernandez?

Für Insider der Szene ist der Name Miguel Fernandez spätestens seit dem bei Schwarzer Turm erschienenen „Felsfest Open Air“ Comic-Debüt-Band ein Begriff. Es handelt sich dabei um eine Liebesgeschichte mit rockigem Hintergrund. Die Protagonisten verschlägt es auf das Felsfest-Festival: Rock’n’Roll im Dauerregen, klebrige Bierbecher, Camperwiese und ätzende Dixieklos, Fernandez verwendet in lustiger Weise so ziemlich jedes Klischee, das sich einbauen lässt, und sorgt immer wieder für Lacher durch gelungenen Situations-Comic.
Neben dem Comic hat Miguel aber seit einiger Zeit auch seine Cartoon-Ader entdeckt, und veröffentlicht auf seiner Internethomepage www.gegen-den-strich.com regelmäßig für seine Fans neue Cartoons. Die Besten davon erscheinen jetzt im Lappan-Verlag unter dem Titel „Wehe, du kotzt mir auf die Theke!“.

Dein Name Miguel Fernandez macht neugierig: Geburtsname oder Künstlername?

Miguel Fernandez: Das werde ich immer wieder gefragt. Geburtsname, mein Vater kommt aus Spanien. Dort wäre mein Name so gewöhnlich, man würde mich wohl eher fragen, warum ich mir keinen Künstlernamen zulege.

Seit wann zeichnest du? Gab es vor Felsfest bereits Verbindungen zum Medium Comic?

Miguel Fernandez: Ich habe eigentlich schon immer gezeichnet, wenn auch hier und da mal mit einigen Jahren Unterbrechung. Verbindung zum Comic bestand von meiner Seite aus vorher nur als Fan.

Wolltest du schon immer Comic-Zeichner werden?

Miguel Fernandez: Erst hatte ich eine wirtschaftliche Laufbahn eingeschlagen, was mir aber gar nicht lag. Dann erst habe ich mir das erste Mal ernsthaft ausgemalt, wie es wohl wäre, in einen Laden zu gehen und mein eigenes Büchlein im Regal zu sehen und die Weichen entsprechend gestellt.

Miguel, im September 2005 erschien bei Schwarzer Turm dein erstes Comic-Album Felsfest. Wie entstand die Idee zu dem Comic-Projekt?

Miguel Fernandez: Ich brauchte dringend ein Thema für meine Diplomarbeit und war schon seit langem am Grübeln darüber. Und endlich, auf dem Rock am Ring-Festival, kam mir die Erleuchtung: ein Festivalcomic!

Wie entstand die Verbindung zum Lappan-Verlag?

Miguel Fernandez: Durch Glück! Martin Perscheid himself hat den Link zu meiner Homepage an die Lappan-Leute geschickt und die haben mich dann kontaktiert.

Deine Cartoons sind sehr witzig und bringen den Gag auf den Punkt. Woher beziehst du deine Inspirationen für die Cartoon-Gags?

Miguel Fernandez: Nicht nur was man täglich erlebt, kann zu einem Cartoon werden. Zum Glück…! Für mich ist das Gagschreiben harte Arbeit und ich bewundere Leute, die so was aus dem Ärmel schütteln können. Ich hingegen muss meist angestrengt grübeln, um hinterher mit dem Ergebnis zufrieden sein zu können. Was mir dabei aber hilft ist wohl, dass ich recht einfallsreich bin, wenn es um kleine fiese Unglücke geht, die Menschen zustoßen können.

Mit dem Lappan-Cartoon-Band im Gepäck bieten sich jetzt Signierstunden an. Ist da was geplant?

Miguel Fernandez: Nein, noch nicht. Erstmal sehen, ob die Leute das Buch kaufen… Und ob sie mich hinterher auch noch rein schreiben lassen wollen, haha!

Woran hast du bisher im Comic-Bereich sonst noch gearbeitet?

Miguel Fernandez: Einige Veröffentlichungen gab es, darunter MAD und BamS und zu ein paar Cartoon-Anthologien konnte ich etwas beisteuern. Für Bands habe ich CD- und DVD-Cover-Designs und Booklets gemacht und mit einem Kollegen zusammen das Video zum Knorkator-Song „Alter Mann“ – purer Comic! Kannst du auf Youtube gern mal anschauen.
Außerdem gab eine Ausstellung im Historischen Museum Hannover unter dem Motto „Wilhelm Buschs Enkel – Comics made in Hannover“. Dort durfte ich neben solchen Größen wie Hansrudi Wäscher ausstellen. Ich bin eigentlich kein großer Freund von Ausstellungen, aber dazu konnte ich natürlich unmöglich nein sagen. Ach ja, und neuerdings gibt es ein paar Postkarten mit Cartoons von mir.

Was machst du sonst noch beruflich? Von Comics kann man in Deutschland nur schwerlich leben...

Miguel Fernandez: Ganz richtig. Ich habe viele Illustrationen, Maskottchen und so was gemacht, vielleicht hast Du ja beim Kauf von Tiefkühlkost schon etwas von mir gesehen ohne zu wissen, dass ich es gezeichnet habe?
Außerdem bin ich im Bereich Grafikdesign tätig, habe Zeitschriftenlayouts angefertigt und machte ein paar Jobs beim Trickfilm. Inzwischen arbeite ich in der Mobile-Branche, wo ich mich um Handy-Wallpaper, Screensaver und MMS kümmere.

Gibt es andere Zeichner an denen du dich orientierst?

Miguel Fernandez: Eher nicht. Es wäre sowieso völlig unmöglich, den Humor eines anderen zu kopieren, selbst wenn man es versuchen sollte. Das kann nur aus einem selbst kommen.

Liest du selbst Comics? Wenn ja, welche? Bist du auch Comic-Sammler?

Miguel Fernandez: Klar lese ich auch Comics. Besonders Funnys und die so genannten Graphic Novels haben es mir angetan. Als Sammler würde ich mich nicht bezeichnen, obwohl ich noch nie einen Comic weg gegeben habe.

Es gibt seit längerer Zeit eine sehr lebendige deutsche Comic-Szene mit immer mehr (guten) deutschen Zeichnern. Die Leserschaft nimmt dagegen eher immer mehr ab. Zu groß ist die Konkurrenz anderer Medien. Siehst du da Licht am Horizont? Material wie deines ist eigentlich sehr dazu geeignet, die Jugend und Ü 20 gleichermaßen anzusprechen. Leider bleibt es meistens nur beim Achtungserfolg...

Miguel Fernandez: Ich denke, dass es hierzulande im Comic langfristig ein Umdenken geben wird, wie es zum Beispiel bei Hörspielen schon passiert ist. Comics sind gerade dabei, das Vorurteil „Kinderkram“ abzuschütteln und sich neue Käuferschichten zu erschließen und so sehe ich die momentane Situation mehr als Durststrecke, die irgendwann überwunden sein wird. Im Cartoongenre dagegen gibt es vermutlich immer wieder Wellen und Moden, ein rauf und runter je nach Zeitgeist. Momentan ist gerade wieder Ebbe, fürchte ich.

Gibt es weitere Comic-Planungen oder siehst du deine Erfolgschancen eher im Cartoon-Bereich?

Miguel Fernandez: Ich werde sicher keinen längeren Comic mehr zeichnen. Die Zeit habe ich leider nicht und ehrlich gesagt fühle ich mich von meinen Fähigkeiten her im Cartoon-Genre besser aufgehoben. Außerdem sind Cartoons einfacher unters Volk zu bringen. Es gibt aber auch noch weitere Möglichkeiten, die ich noch nicht ausprobiert habe. Wer weiß, was noch kommt.

Miguel, vielen Dank für deine Antworten! Ich wünsche dir viel Erfolg für deinen Cartoon-Band und hoffe, dass die Fans ihn lieben werden!
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